Lieblingsfamilienfoto

Warum habe ich ein altes, schwarz-weißes Foto als Titelbild gewählt? Aus drei Gründen, die passender zum Schreiben von Biografien nicht sein könnten. Erstens geht es um das Thema Schreiben – eine Sechsjährige lernt die ersten Buchstaben. Zweitens zeigt es auf wunderbare Weise, wie wichtig das Miteinander verschiedener Generationen und das Weitergeben von Wissen ist – ein Großvater vermittelt seiner Enkelin, was sie für ihr Leben nicht vergessen wird. Vielleicht erzählte er ihr nebenbei, wie er 1870 einst schreiben lernte? Und nun zum dritten und schönsten Grund, warum ich mich ausgerechnet für dieses Bild entschied: Es entstand vor bald 90 Jahren 1929 und zeigt meine Großmutter mit ihrem eigenen Großvater. Was bzw. wer auf dem Bild nicht zu sehen ist: Sie sitzen in der Küche eines wunderbaren alten Fachwerkhauses, vor dessen Eingang eine große Linde im Sommer Schatten spendet, sprechen „Mücher Platt“, im Hintergrund streiten sich zwei kleine Brüder darum, wer mit dem Hund spielen darf, und auf dem Herd stehen eine Kanne Kaffee und eine Pfanne mit Bratkartoffeln, Speck und Zwiebeln. Kind und Opa werden vom Onkel des Mädchens fotografiert, einem Düsseldorfer Dentisten und Hobbyfotografen, der wahnsinnigen Spaß daran hat, die einzige Nichte bei jeder sich passenden Gelegenheit abzulichten.

Was verbindet Ihr mit besonderen Fotos aus dem eigenen Familienalbum? Kennt Ihr die Hintergründe oder Zusammenhänge rund um alte Bilder und Personen? Hier ein praktischer Tipp für alle: Kein Bild sollte unbeschriftet bleiben, Jahreszahl und Namen der abgelichteten Personen sind ein Muss auf der Rückseite eines jeden Papierabzugs. Wenn Ihr nicht mehr wisst, wer es ist, fragt diejenigen, die es noch wissen könnten. So erhalten Familienfotos noch viel länger ihren Wert.

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