Opas Geschichten zur Ferienzeit

Das Schöne an lauen Sommerabenden auf der Terrasse ist nicht nur gutes Essen und ein sanft perlender Riesling, sondern vor allem die Gesellschaft. So wie gestern Abend, als spontan gute Freunde vor der Tür standen.

Je später der Abend wurde, desto hörbarer zirpten nicht nur die Grillen, sondern wurden auch die Geschichten zunehmend persönlicher. Plötzlich war das Begräbnis von Opas Hund so urkomisch, wie es nur unter Freunden erzählt werden kann, die auf diese Art und Weise weniger Trauer verarbeiten, als vielmehr die liebevollen Eigenheiten des (zum Glück nicht anwesenden) Seniors zum Besten bringen. Eine dieser Eigenheiten besteht darin, dass er Geld lieber behält statt es auszugeben, schon gar nicht der Stadt, die allmonatlich Hundesteuer in Höhe von 13,80 € kassiert. Aber musste denn im letzten Jahr sein treuer Weggefährte auf vier Pfoten ausgerechnet am 2. eines Monats versterben? Der Senior, gewiefter Jurist und auf der Suche nach dem perfekten Verbrechen, wies beim Hundebegräbnis im eigenen Garten seinen Enkel also an, den Leichnam in die alte (und ausführlich gelesene) Zeitung vom 30. des Vormonats zu betten, nur für den Fall, dass jemand „vom Amt“ nachsehen werde, ob der Hund auch, wie angegeben, ordnungsgemäß am 30. verstorben sei und nicht etwa am 2. Denn sonst hätte der Besitzer ja mindestens 29 Tage lang umsonst die Hundesteuer zahlen müssen – 12,90 € für die Katz!

Solche Geschichten schreibt wirklich nur das Leben! Haltet sie fest und verwahrt sie für Eure Kinder. Egal wann, wo und wie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.